Ich bin Kubitza

2011

 

warum strg-Z im wirklichen Leben nicht funzt (und apple-Z es damals auch nicht tat)

Im zarten Alter von ich-weiß-nicht-mehr nahm mich meine liebe Mama mit zu einer Wahrsagerin
und die sah für mich im Alter Einsamkeit vorher.
  Nun, jenseits der 50 erschauere ich bei der Beobachtung,
dass ich außer meinem lieben Sohn eigentlich niemand kenne,
schon gar nicht als Freund.
  Es beherrscht mich die Sorge um das Wohlergehen meines Kindes,
ihm den rechten Weg zu zeigen und ihn fern schädlicher Einflüsse zu halten –
die ich nahezu allerorten vermeine.
 

Das kleinliche Bemühen, den schnöden Mammon zusammen zu kratzen,
zersetzt meinen Alltag.
Die schändliche Gier nach Respekt und Anerkennung
trübt meine Wahrnehmung
und der Neid auf das, was ich meinem Sohne nicht bieten kann, vernebelt mir die Sinne.
 

„Wir sind Kubitzas und wir haben nur uns – gemeinsam schaffen wir das!“
Also sprach meine liebe Mama ein ums andere Mal.
  Mittlerweile ertappe ich mich dabei, wie ich meinem lieben Sohn ebenso zurede.
  History repeats itself,
sagt der Volksmund und lässt mich staunen ob der Bruchstücke und Momente,
die an die Oberfläche treiben und mich innehalten lassen im Flusse der Banalitäten.
Wie ich Mathias im Krankenhaus besuchte,
nachdem er von seinem Gegenspieler übelst gecheckt worden war.
Entsetzen lähmte mich –
dass Eltern ihre zehn- und elfjährigen Kinder derart aufstacheln,
dass sie keinerlei Rücksicht auf die Gesundheit des anderen nehmen,
dass sie Hass leben gegen jemanden, nur weil er dem falschen Verein angehört,
dass Menschen andere Menschen dazu bringen Gewalt zu üben.